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Wie ging es mir dabei?

Die Beziehung mit Diana war sehr intensiv, wir haben praktisch alles gemeinsam getan. Es war sehr ungewöhnlich, wenn wir beide mal mehr als fünf Minuten mehr als einen Meter voneinander getrennt waren. Es gab uns nur als Paar, die meisten unserer Kommilitonen waren ein Semester unter mir und hatten uns nie einzeln gesehen oder erlebt. Wir haben zusammen geschlafen, uns zusammen im Bad fertig gemacht, sind gemeinsam irgendwo hingefahren, haben in der Uni alle Kurse gemeinsam besucht, sind gemeinsam zu Freunden oder Eltern gefahren und so weiter.
Die einzige Ausnahme, die es gab, waren Samstage. Samstags hat Diana bei Woolworth an der Kasse gearbeitet. Ich habe sie dann meist dort abgeholt und dann gab es uns wieder nur als Paar.
Entsprechend groß war für uns beide natürlich der Einschnitt, als ich bei der Sommerschule akzeptiert wurde und Diana nicht. Noch krasser war es aber für mich danach, alleine wieder in meinem eigenen Zimmer zu sein und genau zu vorsagen zu können wie es mit Diana und David weitergehen würde.
Ich hätte nicht vorhersagen können, wie schlimm diese Trennung werden würde. Die Beziehung war doch gar nicht so toll, um diese Tragödie in Kauf zu nehmen.
Es war so surreal, ich fühlte mich, als wäre ich innerlich gestorben.
Ich war nicht mehr in der Lage, Nahrung zu mir zu nehmen. Ich habe mich gezwungen zu trinken. Ich habe 24 kg in acht Wochen abgenommen. Das war keine schöne Diät, ich war sehr unzufrieden auch mit meinem Körper.
Ich habe nur noch schwarze Klamotten getragen und gekauft. Zehn Jahre lang habe ich nur schwarz getragen. Noch immer ist schwarz die dominante Farbe in meinem Kleiderschrank.
Ich war wütend und musste irgendwie meine Aggression loswerden. Da ich meine Arme nach dem Gewichtsverlust auch viel zu dünn und schwach fand, ging ich zum Unisport ins Fitnessstudio. Ich denke, dass dies ein sehr guter Weg war, um die Aggressionen abzubauen.
Mein Zustand hat natürlich auch die Gespräche mit David und Diana geprägt.

Ich wollte David nicht mehr sehen und ich wollte nicht, dass er mich sieht. Ich wollte nicht glücklich oder unglücklich erscheinen, ich wollte keine Körpersprache, keine Mimik und keine Gestik mit ihm kommunizieren. Ich wollte ihn auch nicht sehen, auch nicht bei Partys oder Hochzeiten. Entsprechend schwierig wurde es leider für den ganzen Freundeskreis. Anfänglich wurde David ausgeladen. Später wurde erst David und später ich eingeladen. Wenn mir nicht klar war wie ich David aus dem Weg gehen sollte, dann habe ich die Einladung ausgeschlagen.