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Nadine B.

An einem normalen Freitag im Dezember(?) 2003 fuhr ich nach der Arbeit ins Fitnessstudio. Danach war ich mit Sascha und Micha im Courage verabredet.
Ich hatte meine grosse Eastpak Sporttasche mit meinen durchgeschwitzten Sportsachen und meinem nassen Handtuch dabei. Daher wirkte auch in der U-Bahn immer etwas eng auf mich. Ich war frisch geduscht und wie seit der Trennung eigentlich immer war ich vollständig schwarz gekleidet. Ich hatte meinen schwarzen Esprit Rollkragenpulli an. Damals hatte ich lange Haare, die noch immer trocken werden mussten. Ich hatte meine Haare mehr als drei Jahre wachsen lassen. Von den 24 kg, die ich verloren hatte, habe ich 12 kg durch das Fitnessstudio zurück bekommen. Da ich als letztes kam, hatte ich den Platz, den keiner haben wollte - am Gang - aber das war nicht schlimm. Wir saßen an einem Tisch ziemlich zentral und ich hatte den Eingang zur Küche und Toilette in meinem Blickfeld.
Es wirkte wie ein ganz normaler Abend an dem wir Bier trinken und quatschen. Das Courage war etwas voller als sonst, aber das lag wohl insbesondere am Wochenende.
Ungewöhnlich an dem Abend war eine junge blonde Dame, die mich beim Weg auf die Toilette auffällig ansah und den Kopf verrenkte um mich dabei zu beobachten. Weil ich immer dachte, dass sie mir etwas sagen möchte, habe ich auch sie angesehen. Um zur Toilette zu kommen musste sie einmal direkt hinter mir vorbeigehen und dann an der Küche entlang zur Toilette direkt in meinem Blickfeld. Auf dem Rückweg kam sie wieder zweimal an mir vorbei. Sie gehörte zu einer etwas größeren Gruppe von feiernden auf einem Sofa am Ende des Courage. Wie ich später erfuhr war ihr Name Nadine B.. Nadine ging zwei weitere Male zur Toilette und streichelte beim Vorbeigehen an meinem Stuhl über meine Schultern (und/oder langen Haare) und ließ mich keine Sekunde unbeobachtet. Sascha machte abwertende Bemerkungen über sie. Damit konnte ich Nadine nicht mehr ignorieren. Ich stand auf und ging auch auf die Toilette um mit Ihr zu reden. Dummerweise kam Nadine nicht aus der Damentoilette sondern unterhielt sich mit einer Freundin (Hanna?) auf der Toilette über mich. Hanna hatte gesehen wie ich aufgestanden war und musste ich die Nachricht gleich verkünden. Offenbar hatten die beiden bereits zuvor über mich gesprochen. Ich kam mir ziemlich bloed vor so vor der Damentoilette zu lauern und verlor nach einigen Minuten die Motivation weiter zu warten. Daher bin ich dann selbst auf die (Herren-)Toilette gegangen.
Retrospektiv wäre es vermutlich auch kein Problem gewesen einfach auf die Damentoilette zu gehen, die beiden waren eher am Waschbecken als auf der Toilette. Da dies aber nicht in meinem Naturell liegt, habe ich diese Option nicht in Betracht gezogen.
Als ich aus der Toilette kam war Nadine bereits wieder an ihrem Platz auf dem Sofa.
Die Gruppe um Nadine feierte den Abschluss des Examens zum Altenpfleger. Nadine hatte einige (acht?) Pina Coladas getrunken, aber das erklärt nur kleine Teile des Abends. Die Gruppe um Nadine zog sich an, um aufzubrechen.
Nadine kam zu mir, legt mir die Hände auf die Schultern und umarmte mich von hinten. Sie sagte mir, dass sie mit den anderen in den “Klub der polnischen Versager” weiterziehen will und fragte mich ob ich nicht mitkommen möchte.
Um zu verhindern, dass sich eine Situation wie bei “David und Diana” wiederholen konnte, hatte ich aber entschieden, dass Partnerin und Freunde gleichzeitig zu haben mir zu riskant ist. Zudem hatte ich bei der Frage wofür ich mich entscheide für meine Freunde und gegen eine neue Partnerin entschieden. Daher antwortete ich ihr: “Meine Freunde sind mir wichtiger. Ich möchte heute einen schönen Abend mit meinen Freunden verbringen, wir haben in letzter Zeit viel zu wenig Zeit miteinander verbracht”. Nadine, die offenbar enttäuscht war, erwähnte nochmals was ich bereits wusste: “ Wir gehen in den Klub der polnischen Versager“ und ging daraufhin mit ihrer Gruppe aus dem Courage.
Obwohl es doch eigentlich ein grosses Kompliment für ihn war, war Micha entsetzt von meiner Reaktion. “Wie kannst Du denn so reagieren?” Er hat mich in dem Moment überhaupt nicht verstanden. Micha sprang auf, ging aus dem Courage und lief Nadine nach. Er bat Nadine ihren Namen und ihre Telefonnummer für mich aufzuschreiben. Nadine fing offenbar an den Zettel auf Michas Rücken zu schreiben. Da man ihre Telefonnummer nicht lesen konnte, hat sie diese auf einer besseren Unterlage nochmals aufgeschrieben. Nadine zog weiter in den “Klub der polnischen Versager”.

Ich dachte lange Zeit, dass die Krakelschrift von Micha gewesen wäre. Habe aber viele Jahre später erfahren, dass Micha nicht für Fehler in der Nummer verantwortlich sein wollte und es deswegen Nadine überlassen hat. Nadine schrieb draussen und im stehen auf den Zettel, während Micha seinen Rücken als Schreibunterlage bereitstellte.

Ich war inzwischen auch neugierig geworden und hatte ohnehin vor Nadine zu folgen. Ich war mir aber die Situation und des Risikos sehr bewusst.
Micha versuchte mich weiterhin zu überreden Nadine zu folgen und obwohl ich wirklich den Abend mit meinen Freunden verbringen wollte, hatte ich den Eindruck, dass auch Sascha sich wünschte, dass ich gehen würde.
Nachdem ich mein Bier ausgetrunken hatte und auch geistig vorbereitet war verabschiedete ich mich und ging mit meiner Sporttasche in den “Klub der polnischen Versager”.
Dort wurde ich schnell von der Gruppe freudig empfangen. Nadine sass auf einem Sofa direkt am Fenster. Mir wurde schnell ein Platz links neben ihr frei gemacht. Ich habe meine Sporttasche abgestellt und mich auf das Sofa neben Nadine gequetscht.
Ich habe mich vorgestellt und versucht mich mit Nadine zu unterhalten. Das war bei der Lautstärke nicht so ganz einfach. Der Rest von Nadines Gruppe hat uns sehr diskret in Ruhe gelassen.
Nadine hat stark geraucht und meinte, dass ich mit Ihrem Rauchen einverstanden sein müsste, da sich ja bereits geraucht hat bevor wir einander kennengelernt haben. Ich bin und bleibe kein Fan von Rauchen und Rauchern. Im Falle der mit quasi unbekannten Nadine war mir das Rauchen auch relativ egal. Ich fand aber unangenehm auffällig wie wichtig ihr das Thema ist.
Ich hatte 2002 nach der Trennung von Diana überschlagen, wie viele Frauen aus Berlin überhaupt für mich in Frage kämen. 60% der relevanten Altersgruppe waren Raucherinnen, diese hatte ich direkt ausgeschlossen.
Irgendwann drehte Nadine sich weg von mir, hielt kurz inne und kam dann zurück um mich leidenschaftlich, lang und intensiv zu küssen.
Wir haben dann den Rest des Abends knutschend auf dem Sofa verbracht. Nadine saugte auch mehrfach leidenschaftlich an meinem Hals. Ich habe dann das Saugen am Hals bei Ihr wiederholt ohne zu wissen, dass ich mich bald dafür entschuldigen würde.
Ich genoss wie sie mich am ganzen Körper packte und streichelte. Ich erwiderte ich ihre Aktionen.
Irgendwann kam dann auch noch Sascha schaute sich die Lage an, sagte kurz “Hallo” und ging wieder vor den Club auf die Strasse um zu Rauchen. Sascha merkte vermutlich, dass er Nadine und mich nur stören konnte und verschwand dann auch wieder.